Mittwoch, 4. Juli 2018

Zurück zu den Anfängen der Medizin


Rezension zu "Die Charité" (Ulrike Schweikert)


Titel:                      Die Charité

Autor:                    Ulrike Schweikert
Verlag:                   Rowohlt Verlag
Ausgabe:              Klappenbroschur
Preis:                     14,99€

Seiten:                   496

Sterne:                  4,5






Inhalt: 

Als Elisabeth im Jahre 1831 ihren Dienst im berühmten Krankenhaus "Charité" in Berlin antritt, lernt sie kurz darauf Alexander kennen.  Doch schon bald muss sie sich wieder von ihm verabschieden und ihre Liebe zu ihm lässt sie in eine Schwesternschaft flüchten. Als Diakonisse hegt und pflegt sie liebevoll ihre Patienten und auch ihre Freundinnen Martha und Katharina. 

Durch Dr. Dieffenbach, erfolgreicher Arzt und Chirurg an der Charité lernt sie viel über Medizin und wird durch ihre Beliebtheit bei den Patienten sehr geschätzt. 

Während Dr. Dieffenbach zärtliche Gefühle für eine Gräfin verspürt, weiß Elisabeth nicht wohin mit ihren Gefühlen, als nach endlosen Jahren ihr Alexander wieder in ihre Arme flüchtet. 

Im wohl bekanntesten Krankenhaus Deutschlands erleben wir Hoffnung, Liebe, Sorgen, schreckliche und wundervolle Schicksale. 


Meine Meinung: 

Sehr interessante Geschichten schüren sich in diesem Roman. Vor allen Dingen, wenn man bedenkt, dass viele der Figuren nicht erfunden sind und man sie hocherfreut kennen lernen darf. Ich finde es bewundernswert wie unglaublich schnell sich die Medizin von Jahr zu Jahr entwickeln konnte. Schauderhaft lesen zu müssen, dass man im 19.Jahrhundert meist noch bei Bewusstsein operiert wurde. Oder an vielen kleinen Wunden schon rasch sterben konnte. Auch wenn ich gerne diese Zeit erlebt hätte, solche Schilderungen halten mich dann doch davon ab. 

Elisabeth war mir eine große Stütze im Fortgang der Geschichte. Sie hat mich sehr berühren können und ich fand sie von Anfang an sehr sympathisch. Auch zu Dr. Dieffenbach kann man sich hingezogen fühlen. Obwohl ich gestehen muss, dass ich nicht glauben kann, dass er nicht der Versuchung erlag seine platonische Liebe zu verführen. Ihn gab es übrigens, nach Recherchen der Autorin, wirklich und er starb mit nur fünfundfünzig Jahren viel zu früh. 

Der Schreibstil von Ulrike Schweikert ist angenehm, locker, leicht und einfach zu genießen. Ich konnte wirklich in die Welt der Charité eintauchen ohne meine Umwelt wahr zu nehmen und dies bezeichne ich als große Erzählkunst. Mein Lob dafür!

Obwohl das Gesamtpaket noch ein paar richtig gute Szenen hätte bieten können, war es mir ein richtiges Vergnügen in diesen Roman hinein zu schnuppern und ich werde ihn sicher nicht so schnell vergessen. 


Fazit: 

Ulrike Schweikert schafft es mit ihrer angenehmen Erzählart einen tollen historischen Roman zu erschaffen, in dem Figuren zum Leben erweckt werden die schon lange kein Thema mehr sind. Aber es gab sie und ebenso dieses Buch, welches ich jedem, der gerne in der Vergangenheit Einzug hält, empfehlen möchte. Ich selber habe dieses Abenteuer sehr genossen und vergebe gerne 

4,5 Sterne ! 







Freitag, 29. Juni 2018

Wo steckt Sophie?


Rezension zu "Missing" (Claire Douglas)


Titel:                      Missing

Autor:                    Claire Douglas
Verlag:                   Penguin Verlag
Ausgabe:              Klappenbroschur
Preis:                     13,00€

Seiten:                   448

Sterne:                  3,5























Inhalt: 

18 Jahre nach dem Verschwinden ihrer damals besten Freundin kehrt Frankie an den Ort des Geschehens zurück. Die Überreste einer Leiche wurden gefunden, kann es sich hierbei um Sophie handeln? 

Als Frankie nach Antworten sucht häufen sich urplötzlich merkwürdige Ereignisse. So hört sie im Mietshaus ständig ein Baby schreien, obwohl die Mitbewohnerin abstreitet eines zu haben. Sie erhält mysteriöse Botschaften und sieht ständig ihre beste Freundin vor sich. Verfolgt sie vielleicht jemand? Jemand, der die Wahrheit verschleiern will? Und was ist tatsächlich im Jahre 1997 passiert? 


Meine Meinung: 

Nach Zuschlagen des Buches war ich doch ein klein wenig enttäuscht. Bis zur Aufklärung des Verschwindens von Sophie wurde der Roman für mich von Seite zu Seite spannender und intensiver. Ich hatte auf ein fulminantes Ende gehofft und auf eine außergewöhnliche Geschichte. 
Leider waren die letzten Seiten dann nur noch dahingeplätschert und mir kam es so vor als hätte die Autorin das Ende auch erst zum Schluss geschrieben. Viele Logikfehler und Verständnisprobleme machten das gesamte Werk für mich ab diesem Zeitpunkt sogar etwas lächerlich. Wie schade, den es fing hervorragend an. 

Der Schreibstil der Autorin ist leicht, locker, flüssig und verführt einem auf jeden Fall das Buch nicht zur Seite legen zu wollen. Auch die Protagonisten sind im Großen und Ganzen mit viel Liebe gewählt wurden. Daher fühlt man sich schon gleich zu Anfang an sehr wohl mit "Missing". 

Man möchte einfach endlich wissen, wer hinter den mysteriösen Botschaften steckt, was eigentlich tatsächlich mit Sophie passiert ist und man gönnt Frankie mit Daniel ein Happy End. Wenigstens in diesen speziellen Fragen gab es so einige Überraschungen, mit denen ich nicht gerechnet habe. Auch ist die Geschichte kaum vorhersehbar, aber dafür der Ausgang und viele Verhaltensweisen. 

Ich kann mir nicht helfen, aber man kann doch nicht Jahre lang über einen einfachen Plan brüten und vorher keine Rachegelüste verspüren? Und verspürt man plötzlich Todesangst der besten Freudin gegenüber? Dies sind ein paar Ungereimtheiten, die ich nicht nachvollziehen kann. Es gibt noch viel mehr, aber ich möchte diese Rezension nicht mit Spoilern versehen. 


Fazit: 

Ein zu Anfang sehr spannender Thriller, der doch zum Ende hin immer unglaubwürdiger und lächerlicher wirkt. Wer in diesem Genre viel unterwegs ist wird sicher auch nach Zuklappen des Buches mit dem Kopf schütteln. Aber dennoch lesenswert, da der Schreibstil, der Spannungsaufbau und die Geschichte dazu einladen eine nette Lektüre zu werden. Ich habe es nicht bereut in "Missing" Zeit investiert zu haben und vergebe deswegen auch gerne gute 



3,5 Sterne !! 













Donnerstag, 7. Juni 2018

authentisch und schockierend, ein Lese-Muss !


Rezension zu "Gleis der Vergeltung" (Astrid Korten)


Titel:                      Gleis der Vergeltung

Autor:                    Astrid Korten
Ausgabe:              Taschenbuch
Preis:                     9,90€

Seiten:                   303

Sterne:                  5






Inhalt: 

Es hätte der schönste Tag im Leben von Lynn sein sollen: Die Heirat mit ihrem Verlobten Benedikt. Doch kurz vorher verunglückt er tödlich. 

Auch Jahre nach seinem Tod kann Lynn einfach nicht mehr glücklich werden und sie entschließt sich Rache an den Verursachern des Unfalls zu nehmen. Hilfe hierbei erhält sie von einer Frau, die beobachtet haben will welche Personen für diesen schrecklichen Vorfall verantwortlich sind. 

Lynn trifft eine folgenschwere Entscheidung und verkümmert immer mehr in ihrer eigenen Vergangenheit. 


Meine Meinung: 

Beim Zuschlagen des Buches bleiben einem fast nur Fassungslosigkeit vor Augen. Die Thematik dieses Romans wurde unglaublich gut dargestellt und so authentisch, dass man fast schon Gänsehaut bekommt. 

Astrid Korten versteht es immer wieder ihre Leser mit den Bann zu ziehen und je weiter man in die einzelnen Seiten eindringt desto mehr ist man gefangen. 

Dass sich erst schlussendlich alles aufklärt stört mich nicht im geringsten, denn genau das macht es für mich zu einem absoluten Highlight. Ich mag es nicht sonderlich, wenn man schon sofort weißt worum es geht, wer der Täter ist und aus welchen Beweggründen. Das ist bei "Gleis der Vergeltung" wunderbar gelöst. 

Bei vielen Thrillern habe ich oftmals das Problem, dass ich kaum der Story Herr werde und viele Protagonisten nicht auseinander halten kann. Hier wurde ich eines besseren belehrt. Lynn wird so präzise und detailliert beschrieben, dass man sie einfach sofort ins Herz schließen muss. Andere Charaktere dagegen würde man am liebsten an den Hals gehen. 

Es ist einfach unvorstellbar, welch Abgründe sich in "Gleis der Vergeltung" verstecken und wie Menschen zu Ungeheuern werden können. 

Ich möchte an dieser Stelle einfach nicht zuviel verraten, denn dieses Buch ist es einfach wert selbst gelesen zu werden. Dann werdet ihr sicher auch meine Gedankengänge verstehen. 


Fazit: 

Ein authentischer, gut durchdachter und schockierender Roman über eine junge Frau, dessen verdrängte Gedanken irgendwann aufkeimen und einem nur noch mitreißen. Die schwere Thematik dieses Buches ist dennoch und vielleicht gerade deswegen eine Lesereise wert, damit man versteht, dass vielleicht sogar der Nachbar ein solches Monster in sich birgt. Augen auf bei seinen Mitmenschen kann oft schon reichen. Und ich lege jedem "Gleis der Vergeltung" wärmstens ans Herz. 

Für mich ein Highlight und deswegen vergebe ich auch ganze 

5 Sterne ! 















Mittwoch, 23. Mai 2018

Endlich mal keine Schnulze


Rezension zu "Ohne ein einziges Wort" (Rosie Walsh)


Titel:                      Ohne ein einziges Wort

Autor:                    Rosie Walsh
Verlag:                   Goldmann Verlag
Ausgabe:              Taschenbuch
Preis:                     9,99€

Seiten:                   528

Sterne:                  5




Inhalt: 

Als Sarah auf einer Lichtung den attraktiven Mann Eddie kennen lernt, ahnt sie nicht, dass ihre Liebe nur eine Woche halten soll. Obwohl er sein Versprechen sich zu melden nicht eingehalten hat, kann Sarah ihn nicht vergessen. Während ihre Freunde ihr raten diesen egoistischen Menschen endlich aus ihrem Gedächtnis zu streichen, hält sie aber daran fest, dass ihm etwas zugestoßen sein könnte. Warum ist Eddie plötzlich verschwunden und was ist wirklich mit ihm geschehen? Werden die beiden sich jemals wieder sehen oder steckt etwa ein ganz anderer Grund dahinter? 

Denn manchmal ist der Grund einfach nur DU..


Meine Meinung: 

"Endlich mal keine Schnulze" dachte ich sofort, als ich das Buch zu Ende gelesen hatte. Die meisten Liebesromane wirken einfach unauthentisch, kitschig und sehr übertrieben. Dieses Gefühl hatte ich kein einziges Mal bei "Ohne ein einziges Wort". Hier liegt eher das gesamte Leben eines einzelnen Menschen, welcher sich nach Liebe sehnt, im Vordergrund und gibt einem als Leser die Erfahrung mit, dass auch nach harten Schicksalsschlägen das Dasein noch glücklich enden könnte. Wem man begegnet oder was das Universum für einem selbst bereit hält muss man auf sich zukommen lassen. 

Jedenfalls fand ich Sarah besonders sympathisch, ich wäre gerne ihre Schwester gewesen, ich hätte ihr nie Schuldgefühle eingeredet. Oder auch Eddie. Wann trifft man mal solch einen außergewöhnlichen liebreizenden Mann, der sich so aufopfernd um seine Mutter kümmert. Bei diesen Passagen kamen mir oft die Tränen, aber das hat persönliche Gründe, denn ich kann mich mit vielen Ereignissen und Situationen identifizieren. 

Zu Anfang des Buches kommt so oft die Frage auf, wo ist Eddie, was ist mit ihm geschehen. Man möchte einfach nur wissen, in welche Richtung dieser Roman noch gehen mag. Die Briefe, die man vereinzelt lesen kann, haben mich vollends in die Irre geführt und ich war erstaunt, dass der Schreiber doch gar nicht derjenige war, den ich im Auge hatte. 

Später dann wieder Rätsel um Rätsel, und man fiebert richtig mit. Man möchte einfach ein Happy End und das obwohl ich in letzter Zeit doch lieber anderes lese. 

Der Schreibstil der Autorin ist so einfühlsam, authentisch, charakterstark und überzeugt auf ganzer Linie. Sie entführt ihre Leser in eine Welt voller Warmherzigkeit, aber auch Ablehnung und Mutlosigkeit, Liebe und Trauer. Wenn man sich auf dieses Buch ganz einlässt, dann widerfahren einem selber die genannten Emotionen. 
Ich jedenfalls war oft so benommen, dass ich erst mal eine Lesepause einlegen musste, aber nicht, weil es mir keinen Spaß bereiten konnte, sondern weil ich meine Gefühle oftmals wieder richtig ordnen musste. 


Fazit: 

Ein warmherziger Roman über Schicksalsschläge, die Liebe, Trauer, Wut und Empörung. An keiner Stelle als kitschig einzustufen und der Schreibstil der Autorin ist so authentisch, dass oft die Gefühle Achterbahn fahren. Da ich emotional sehr eingebunden war und ich selten so einen gut ausgearbeiteten Liebesroman lesen durfte, vergebe ich auch gerne ganze 


5 Sterne ! 














Mittwoch, 16. Mai 2018

Die Frau zwischen uns


Rezension zu "The wife between us" (Greer Hendricks & Sarah Pekkanen)


Titel:                      The wife between us

Autor:                    Greer Hendricks & Sarah Pekkanen
Ausgabe:              Klappenbroschur
Preis:                     12,99€

Seiten:                   448

Sterne:                  3





Inhalt: 

Seit der Scheidung mit Richard ist Vanessa nur noch ein Hauch ihrer selbst. Sie hat nur einen einzigen Gedanken: Die Heirat mit Richards neuer Freundin zu verhindern. 

Nelli kann es noch immer nicht fassen, dass ein so charismatischer Mann wie Richard ihr zu Füßen liegt und fühlt sich unheimlich glücklich. Doch sie hat das merkwürdige Gefühl beobachtet zu werden. Was möchte diese Stalkerin bloß von ihr? 

Als Emma einen Brief von Nellie in den Händen hält, in dem zu lesen ist, dass sie vor Richard warnt, ist sie zunehmend skeptisch, denn jeder weiß, dass die Briefeschreiberin von ihrem zukünftigen Mann besessen ist. Wo wird das Ganze enden, wenn ihr nicht Einhalt geboten wird? 


Meine Meinung: (Achtung Spoiler) 

Erst mit Zuschlagen des Buches konnte man ein wenig erahnen um was genau in diesem Roman denn eigentlich gehen sollte. Denn zu Anfang ist dies nicht ersichtlich. Im Wechsel werden Begebenheiten zwischen Nellie und Richard und Vanessa und Richard geschildert und man glaubt daraufhin natürlich dass von zwei Personen die Rede ist. Ab der Mitte kommt man ganz durcheinander, denn plötzlich wachsen Nellie und Vanessa zu einem Charakter und man kann fast gar nicht mehr dem Geschehen folgen. Von da an dachte ich auch, dass ich das Buch bald zur Seite legen würde, aber ich kann den vielen Erstlesern in einem jedenfalls zustimmen: "The wife between us" ist der reinste Pageturner, und man wartet nur auf die Auflösung, die man dann so gar nicht auf dem Schirm hatte. 

Im Nachhinein bleiben zwar einige Fragen noch offen aber dennoch war ich vom Ende doch sehr überrascht. Ich hatte den Eindruck die Autorinnen wollten kein einfaches Ende sondern noch einen und noch einen drauflegen und das ganze Szenario überstrapazieren. Das war meiner Meinung nach recht überflüssig und hat mich doch dann auch recht gestört. Man muss nicht für eine Rechenaufgabe gleich 10 Lösungen parat haben, meist langt schon eine einzige. 

Der Schreibstil macht aber auch einiges wett, denn dieser hat das Talent einem sofort in seinen Bann zu ziehen. Man kann den detaillierten Schilderungen sehr gut folgen und es macht Spaß sich selbst Bilder auszumalen und diese mit einzubinden. So hat man das Gefühl selbst mitten im Geschehen zu sein. 

Viele Verhaltensweisen von Vanessa konnte ich aber nicht ganz nach vollziehen und so klangen manche einfach unglaubwürdig. Denn wer gibt sich schon in Gefahr für eine Frau, die ja eigentlich ein Auge auf den Ehemann geworfen hat und keinerlei Reue zeigt? Oder wenn ich doch endlich diesen gewalttätigen Mann loswerden möchte, warum denke ich dann immer noch an ihn oder belästige sein neues Umfeld? Dies sind alles Fragen, die für mich keinen Sinn ergeben und so bleibt nach Weglegen des Romans eben noch ein fader Beigeschmack. 


Fazit: 

Ein Roman mit überraschenden Wendungen. Ein Roman mit einem fesselnden Schreibstil. Ein Pageturner in jedem Fall, aber auch an manchen Stellen ein heilloses Durcheinander, so dass man das Gefühl hat gar nicht mehr Herr des Geschehens zu sein. Dennoch hat mir das Lesen großen Spaß bereitet und schließlich wird man am Ende mit der Auflösung, mit mehreren Auflösungen belohnt. In diesem Genre habe ich aber schon wesentlich besseres in Händen halten dürfen und deswegen kann ich auch nur 

3 Sterne

 vergeben !! 















Humor und Spannung


Rezension zu "Jenseits auf Rezept" (Lisa Lercher)


Titel:                      Jenseits auf Rezept

Autor:                    Lisa Lercher
Verlag:                   Haymon Verlag
Ausgabe:              Taschenbuch
Preis:                     12,95€

Seiten:                   270

Sterne:                  4,5





Inhalt: 

Als Sonja König, Physiotherapeutin des neuen Zentrums im Dorf  tot aus der Donau gefischt wird, glaubt Major Eigner nicht an einen Unfall. Schließlich gibt es immer Spannungen und Eifersüchteleien wenn eine Frau vielen Männern den Kopf verdreht. Wer steckt hinter dem Mord und aus welchem Grund? Wie ist Sonja zu Tode gekommen? Eine Menge Arbeit steht dem Major bevor und er lässt nicht eher locker, bevor er den Fall gelöst hat. 


Meine Meinung: (Achtung: Spoiler)

 Ich muss schon sagen, der Schreibstil gehört zu einer der wenigen, die Spannung mit Humor vereinen können, ohne dass man aus den Augen verliert, dass es sich hierbei doch eigentlich um einen Kriminalroman handelt. Mir hat das Lesen von Anfang an unglaublich viel Freude bereitet und ich fand Major Eigner nicht nur sympathisch, sondern ich empfand ihn persönlich als einen Wohlfühlcharakter. Das passiert mir selten bei diesem Genre. 
Klar, vielleicht hätte er mehr Fahrt aufnehmen können, da doch der Fokus mehr auf das Privatleben des Majors gelegt wurde, aber ich mag es ab und an auch ganz gerne recht langsam und besinnlich. Ich muss nicht immer viel Action oder viel Spannung erwarten, denn am Wichtigsten ist mir der Unterhaltungsfaktor. Und vor allen Dingen, dass ich nicht gleich in den ersten Kapiteln den Täter schon vor Augen habe. 

Mit "Jenseits auf Rezept" hat Lisa Lercher meinen Geschmack treffen können. Einzig vielleicht die Tatsache, dass ich gerne noch gewusst hätte, ob Herr Fischer wirklich und nun von wem getötet wurde und was danach mit dem jungen Doktor geschah, waren ein paar Kritikpunkte meinerseits. Denn zu einem runden Ende sind mir solche offene Fragen meist zu wichtig. Mir persönlich fehlt dann ein gerader Abschluss und ich kann das Buch einfach nicht wirklich aus der Hand legen. Es juckt mich in Fingern zu wissen, was noch geschehen sein könnte. 

Aber da ja wohl dieser Roman nicht das Ende von Eigner und seinem Privatleben sein wird, habe ich ja noch Hoffnung, dass meine Fragen irgendwann beantwortet werden. 


Fazit: 

Ein mit viel Humor gespickter spannender Kriminalroman, den man als Liebhaber des Genres unbedingt lesen sollte. 

Lisa Lercher hat es geschafft in gerade mal 270 Seiten soviel Liebe zum Detail zu erschaffen, dass es einfach Freude bereitet dieses Buch zu Gemüte zu führen. Sie schafft es witzig, charmant und authentisch zu bleiben. 
Vielleicht zuviel Privatleben des Major Eigner und kleine offene Fragen lassen vermuten, dass hier mehr der Fokus auf die Ermittler und deren Wesen gelegt wurde. 
Dies stellt für mich aber keinen allzu großen Störfaktor dar und weil ich eine klare Leseempfehlung aussprechen möchte, vergebe ich auch gerne ganze 


4,5 Sterne !! 













Sonntag, 6. Mai 2018

Manchmal ist weniger einfach mehr


Rezension zu "Der Helicopter Coup" (Jonas Bonnier)


Titel:                      Der Helicopter Coup

Autor:                    Jonas Bonnier
Verlag:                   Piper Verlag 
Ausgabe:              gebunden
Preis:                     20,00€

Seiten:                   416

Sterne:                  3




Inhalt:

Ein Thriller nach einer wahren Begebenheit: Im Stockholmer Banknotendepot geht am Morgen des 23.September 2009 die Alarmanlage los. Auf dem Gebäude ist ein Helicopter gelandet mit vier Räubern an Bord. Der lang geplante Raubzug der Beteiligten scheint keineswegs perfekt, denn ziemlich schnell ist auch die Polizei vor Ort. Ob sie dennoch mit den vielen Millionen Kronen entkommen können oder nimmt das Ganze vielleicht eine vollkommen andere Wendung?!


Meine Meinung: 

Ein wirklich überraschendes Ende, ein wirklich interessanter Plot und coole lässige Charaktere, aber leider empfand ich den Schreibstil einigermaßen anstrengend. Statt die Protagonisten wirklich detailliert zu beschreiben wurden nur die Umstände, die kaum interessant für den Weitergang der gesamten Geschichte sind, in den Vordergrund geschoben. Viel zu viel Inhalt nicht bezogen auf den Coup ließen die wahre Begebenheit fast schon am Rande des Geschehens stehen. Langatmige Erzählstränge verliehen mir oft das Gefühl des Gähnens. Ich muss dann auch ehrlicherweise zugeben, dass ich einige Seiten einfach ohne Konzentration gelesen habe, da sie sowieso nicht von Relevanz zeugten. 

Auch konnte ich nur schwer die Hauptpersonen voneinander unterscheiden und hatte keinerlei Beziehung zu diesen. Der ständige Wechsel zwischen ihnen und ihren Dialogen brachten mich ganz durcheinander. Wenn ich nun nach Zuschlagen des Buches nochmal meine Gedanken schweifen lasse, dann fällt mir auf, dass man den Roman auch hätte in 100 Seiten schreiben können, denn der Rest war nichtssagend. Über das Ende hätte ich mir noch mehr Auskünfte gewünscht. Ich weiß zwar nun, wo die Millionen gelandet sind, aber eigentlich überhaupt nichts von deren neuen Besitzern. Und was hat die Polizei noch getan? Hat man jemals die Verbrecher gefasst? Diese Fragen bleiben mir noch offen. Dazu muss ich dann wohl leider auf andere Quellen zurückgreifen. 


Fazit: 

Ein Thriller im Hollywood Stil, coole Charaktere, interessanter Plot, aber die Ausführung und die Erzählkunst lässt zu wünschen übrig. Zudem die vielen nichtssagenden Kapitel und Szenen, die einfach nur langatmig das Gesamtwerk störten. Da ich selber der Überzeugung bin, dass manchmal einfach "weniger" doch "mehr" ist und ich oftmals weniger Spaß beim Lesen des Buches hatte, kann ich auch nur 

3 Sterne 

vergeben !!